Es gibt Reisen, auf die freut man sich lange. Und es gibt Reisen, bei denen man schon beim ersten Bild das Gefühl hat: Genau dort möchte ich hin. So ging es mir mit der Hiru Villa auf Sri Lanka.
Ayurveda war für uns beide nichts Neues. Im Gegenteil. Vor dreizehn Jahren haben Matthias und ich uns während einer Ayurveda-Kur in Kerala kennengelernt, im Kadaltheeram in Varkala. Ayurveda war also von Anfang an ein Teil unserer gemeinsamen Geschichte. Auch beruflich habe ich mich viele Jahre damit beschäftigt und trotzdem hatte ich bis dahin noch nie eine Ayurveda-Kur auf Sri Lanka gemacht.
Ich wusste natürlich, dass eine gute Ayurveda-Kur nicht davon abhängt, ob sie direkt am Meer liegt oder einen Pool hat. Im Ayurveda geht es um etwas ganz anderes: um Ruhe, Reinigung, Regeneration und darum, wieder mehr bei sich selbst anzukommen. Aber ich liebe das Meer. Und als ich die Bilder der Hiru Villa mit diesem weiten Blick über das Wasser, dem Garten und dem langen Infinity-Pool gesehen habe, war ich sofort berührt. Nicht nur wegen der Kur. Auch wegen dieses Gefühls von Weite, Ruhe und Rückzug.
Die Anreise nach Sri Lanka
Wir flogen mit Emirates über Dubai nach Colombo – von Hamburg immer eine gute Lösung. Der Flug war angenehm und gut organisiert. Als wir in Sri Lanka ankamen, regnete es allerdings in Strömen. Der Transfer zur Hiru Villa dauerte dadurch länger als gedacht und die ersten Eindrücke des Landes verschwammen ein wenig hinter nassen Scheiben und grauem Himmel.
Denn als wir schließlich ankamen, begann für uns eine ganz andere Zeit. Langsamer. Ruhiger. Fast wie ein bewusster Übergang aus dem Alltag in eine Welt, in der plötzlich nichts mehr eilig war
Unser Zimmer mit Meerblick
Wir hatten ein wunderschönes Zimmer mit Meerblick. Schon morgens aufzuwachen und das Meer zu sehen, war für mich etwas Besonderes. Die Hiru Villa liegt erhöht über dem Wasser und dadurch hat man an vielen Stellen diesen weiten Blick, der den Kopf sofort stiller macht.
Die Anlage selbst hat uns vom ersten Tag an gefallen. Sie ist nicht riesig, nicht unpersönlich und nicht wie ein klassisches großes Hotel. Vielmehr fühlt sie sich wie ein Rückzugsort an, eingebettet in einen tropischen Garten mit Palmen, Pflanzen, kleinen Wegen und immer wieder ruhigen Plätzen.
Besonders die roten Liegen im Garten sind mir in Erinnerung geblieben. Dort lag man mit Blick auf das Meer, hörte die Vögel und spürte die warme Luft. Man musste nichts tun. Kein Programm erfüllen. Kein Ziel erreichen. Einfach da sein.
Die Hiru Villa liegt auf einer Anhöhe über dem Meer und ist von einem tropischen Garten umgeben. Zum Resort gehören außerdem ein Salzwasser-Infinity-Pool, ein offener Yoga-Pavillon und die Möglichkeit, einzelne Anwendungen im Freien zu erhalten. (Fit Reisen)
Vier Anwendungen über den Tag verteilt
Was uns im Vergleich zu unseren Ayurveda-Kuren in Kerala sofort auffiel, war die Struktur der Behandlungen.
In Varkala kannten wir es so, dass es meist eine größere und eine kleinere Behandlung am Tag gab. In der Hiru Villa wurden die Anwendungen dagegen über den Tag verteilt. Wir erhielten täglich mehrere verschiedene Behandlungen und dadurch bekam jeder Tag einen ganz eigenen Rhythmus.
Morgens vielleicht eine Massage. Später eine weitere Anwendung. Dazwischen Ruhe, Essen, Tee, Yoga oder einfach Zeit im Garten. Besonders geliebt habe ich die Massagen im Garten.
Besonders geliebt habe ich die Massagen im Garten. Eine Fußmassage im Freien zu bekommen, während ringsum alles grün war und man die warme Luft und die Geräusche des Gartens wahrnahm, hatte etwas unglaublich Wohltuendes. Das war nicht nur eine Behandlung. Es war ein Moment, in dem man sich vollkommen aufgehoben fühlte.
Die Ayurvedakur im Resort umfasst täglich mindestens vier Anwendungen, darunter Öl-, Kräuter- und Reisbeutelmassagen, Reinigungsbehandlungen sowie weitere individuell abgestimmte Anwendungen.
Der Infinity-Pool
Ich weiß, dass ein Pool bei einer Ayurveda-Kur nicht im Mittelpunkt stehen sollte. Und vielleicht würde ein sehr strenger Ayurvedaarzt sogar sagen, dass man sich während einer intensiven Kur eher ruhig verhalten soll. Aber dieser Pool war einfach traumhaft.
Der Salzwasser-Infinity-Pool lag so schön in der Anlage und der Blick über das Wasser war jedes Mal etwas Besonderes. Für mich war das Schwimmen dort kein Sportprogramm. Es war vielmehr ein sanftes Eintauchen in diese Umgebung.
Langsam ein paar Bahnen schwimmen. Sich treiben lassen. Danach wieder auf einer der roten Liegen liegen und über das Meer schauen. Genau diese Mischung aus Kur, Ruhe und Schönheit hat die drei Wochen für mich so besonders gemacht.
Das Essen – sehr ayurvedisch und sehr frisch
Auch das Essen war ein wichtiger Teil der Kur. Es war frisch, leicht und konsequent ayurvedisch.
Vor oder während der Mahlzeiten kam immer wieder jemand vorbei und erklärte uns etwas über die verschiedenen Speisen, Kräuter und Gewürze. Man erfuhr, warum bestimmte Gemüsearten verwendet wurden, welche Wirkung einzelne Zutaten haben und wie die Mahlzeiten zu den jeweiligen Doshas passen. Ich mochte das sehr, weil das Essen dadurch nicht einfach nur Essen war. Es gehörte zur Behandlung.
Natürlich schmeckt eine konsequent ayurvedische Küche anders als ein normales Hotelbuffet. Wer kräftige, schwere oder sehr vertraute Gerichte erwartet, muss sich erst darauf einlassen. Vielleicht war das für den einen oder anderen Gast ungewohnt.
Wir fanden das Essen jedoch sehr frisch und liebevoll zubereitet. Und besonders schön war, dass man draußen sitzen konnte. In dieser warmen Luft zu essen, umgeben vom Garten, passte einfach zu allem.
Yoga im offenen Pavillon
Ein weiterer Ort, den ich sehr geliebt habe, war der kleine offene Yoga-Pavillon. Schon der Weg dorthin hatte etwas Ruhiges. Und dann dort zu sitzen, die Brise zu spüren und Yoga zu machen, war wunderschön.
Der Unterricht fühlte sich nicht sportlich oder ehrgeizig an. Es ging nicht darum, etwas besonders gut zu können. Es ging darum, den Körper am Morgen wahrzunehmen, sich zu bewegen und langsam in den Tag zu kommen.
Der Pavillon liegt erhöht und offen in Richtung Garten und Meer. Dadurch entstand eine Atmosphäre, die man in einem normalen Yogaraum kaum herstellen kann.
Wenig Ausflüge und genau das war gut
Wir haben in diesen drei Wochen nur wenig unternommen.
Natürlich gibt es auf Sri Lanka viel zu sehen. Aber wir waren nicht dort, um jeden Tag unterwegs zu sein. Wir wollten die Kur wirklich wirken lassen, zur Ruhe kommen und nicht ständig zwischen Anwendungen, Ausflügen und neuen Eindrücken hin- und herwechseln#
Einmal fuhren wir nach Bentota.
Dort wollte ich unbedingt Kräuter und Ceylon-Zimt kaufen. Ich hatte mir das sehr schön vorgestellt: ein Markt, Gewürze, kleine Päckchen und am Ende ein bisschen Sri Lanka für zu Hause.
Dann stellte sich heraus, dass der Zimt auf dem Markt deutlich teurer war als in Deutschland. Wahrscheinlich ein klassischer Touristenpreis. Also blieb der Zimt dort.
Heute finde ich diese kleine Geschichte fast lustig. Man fährt nach Sri Lanka, in das Land des Zimts und kauft keinen, weil er auf dem Markt dreimal so teuer ist wie zu Hause.
Drei Wochen, fünf Kilo weniger und vollkommen erholt
Nach drei Wochen flogen wir nach Hause. Mit fünf Kilogramm weniger. Aber ehrlich gesagt war das gar nicht das Wichtigste.
Viel wichtiger war dieses Gefühl, vollkommen erholt zu sein. Der Körper fühlte sich leichter an, der Kopf ruhiger und der Alltag weit weg. Drei Wochen sind lang genug, um wirklich aus dem gewohnten Rhythmus herauszukommen. Man merkt erst nach einigen Tagen, wie viel Anspannung man vorher mit sich herumgetragen hat. Eine Zeit mit Massagen, Kräutern, Yoga, frischem Essen, viel Ruhe und dem Blick aufs Meer.
Unser Fazit zur Hiru Villa
Für uns war die Hiru Villa ein wunderbarer Ort für eine Ayurveda-Kur auf Sri Lanka.
Die persönliche Betreuung, die vielen über den Tag verteilten Anwendungen, das Meer, der Garten, der offene Yoga-Pavillon und der Infinity-Pool haben diese Reise zu etwas ganz Besonderem gemacht.
Wir würden das Resort vor allem Menschen empfehlen, die Ayurveda ernsthaft kennenlernen oder vertiefen möchten und sich gleichzeitig eine schöne, ruhige Umgebung wünschen..
Wer aber drei Wochen lang zur Ruhe kommen, sich behandeln lassen, leicht essen, viel schlafen, Yoga machen und einfach einmal nichts leisten möchte, findet hier einen besonderen Ort.
